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OPZ Berlin - Narkose bei Erwachsenen

Vollnarkose bei Erwachsenen 

Die Vorbereitung für eine Vollnarkose beginnt in der Regel mit der Venenpunktion zur Anlage einer Verweilkanüle. Hierbei werden die Venen an der Hand oder der Ellenbeuge bevorzugt. Anschließend werden bei Ihnen der Blutdruck gemessen, der Sauerstoffanteil im Blut bestimmt („Fingerklammer“) und ggf. eine EKG-Ableitung angelegt.

Zur Narkoseeinleitung steht der Narkosearzt bei Ihnen am Kopf, während die Narkoseschwester Schlaf- und Schmerzmittel spritzt, die den Tiefschlaf (Narkose) provozieren. Sie werden aufgefordert ruhig und gleichmäßig zu atmen. Die Lunge soll in dieser Phase maximal viel Sauerstoff aufnehmen. Nun setzt bei Ihnen langsam ein Müdigkeitsgefühl ein; sie verspüren nun eine Schwere der Augenlider, ein leichtes Schwindelgefühl kann eintreten. Sie werden die Augen schließen und langsam und ruhig einschlafen. Sind Sie eingeschlafen, stellt sich bald die Spontanatmung ein. Sie müssen beatmet werden. Nur so kann eine ausreichende Sauerstoffversorgung Ihres Körpers gewährleistet werden.

Nach ausreichender Sauerstoffbeatmung mittels einer Beatmungsmaske und weiterer Vertiefung der Narkose sind die Voraussetzungen für die Anlage einer Kehlkopfmaske oder die Intubation gegeben. Während bei der Anlage einer Kehlkopfmaske, diese nur hinter die Zunge geschoben wird, erfolgt zur Intubation die Anlage eines dünnen Beatmungsschlauches durch den Mund, den Kehlkopf und über die Stimmbänder hinweg in die Luftröhre. Die Entscheidung, welche der beiden Techniken bei Ihnen Anwendung findet, wird im Narkosevorgespräch festgelegt.

Die Aufrechterhaltung der Narkose erfolgt entweder über kontinuierlich in die Vene appliziertes Schlaf- und Schmerzmittel (TIVA) oder über die kontinuierliche Beatmung mit zusätzlichen Narkosegasen (sogenannte balancierte Anästhesie). Die jeweilige Konzentration an Narkosemedikament im Blut übt im Gehirn seine narkotische Wirkung aus. Ist die Narkose tief genug, kann der Operateur seine Arbeit beginnen. Nach Beendigung der Operation werden die Schlaf-induzierenden Medikamente abgesetzt. Innerhalb von wenigen Minuten beginnt der Patient selbstständig zu atmen und öffnet die Augen. Die Narkose ist beendet.



Welche Komplikationen können bis zu diesem Zeitpunkt der Narkose auftreten? 

Das Auffinden und die Punktion einer Vene an der Hand oder am Arm kann manchmal schwierig sein. Beim Einspritzen der Medikamente kann es zuweilen zu allergischen Reaktionen kommen. Diese reichen von Hautreaktionen, z. B. roten Flecken oder Quaddeln bis hin zu schweren Kreislaufreaktionen im Sinne eines Schocks. Für den Narkosearzt ist hier die Information über früher stattgefundene Narkosen und deren Komplikationen wichtig. Vorübergehende Halsschmerzen und Heiserkeit sind möglich.

Übelkeit und Erbrechen nach dem Aufwachen aus der Narkose (PONV) kommen vor. Auch hier ist die Information über frühere Zustände von Übelkeit und Erbrechen nach Narkosen für den Narkosearzt wichtig.

Extremes Zittern (shivering) nach dem Aufwachen aus der Narkose kann auftreten. Erstaunlicherweise ist dies häufiger bei jüngeren Patienten zu beobachten.

Als Raritäten gelten Zahnschäden oder grobe Verletzungen der Schleimhäute.

Äußerste Priorität hat die präoperative Nüchternheit von
mindestens 6 Stunden

Das hat folgenden Grund:
In dem Moment, in dem die Narkosemittel in die Vene eingespritzt werden, entspannt sich der Patient und schläft ein. Hierbei kann es passieren, dass, sich der Mageninhalt durch die Speiseröhre nach oben in Richtung Mundöffnung entleert. Dies versperrt dem Narkosearzt die Sicht zum Kehlkopf und es besteht nun die Gefahr, dass sich das Magensekret in die Luftröhre ergisst. Das sogenannte „Verschlucken in die Lunge“ führt zu einer Entzündungsreaktion. Es folgt die Zerstörung der feinen Lungenstrukturen mit teilweise verheerenden Folgen für den Patienten.

Deshalb werden die Patienten gebeten, sich strikt an die Nüchternheit zu halten. Nicht nur Nahrungsbestandteile, sondern auch Nikotin oder Kaugummi erhöhen den Anteil der Magensäure dramatisch. Hieraus resultiert eine deutliche Gefährtdung des Patienten. Bei Notfalloperationen kann natürlich auf die Gefahr eines Erbrechens keine Rücksicht genommen werden, da die sofortige Operation im Vordergrund steht.

Weitere Komplikationen ergeben sich aus diversen Vorerkrankungen. Somit haben Patienten mit Diabetes, Herzkrankheiten oder Bluthochdruck ein höheres perioperatives Risiko.